Kapillaraktive Innendämmung

Wo zum Beispiel aus Gründen des Denkmalschutzes eine Dämmung von außen nicht möglich ist, muss diese von innen erfolgen. Für Altbauten ist dabei eine kapillaraktive Innendämmung günstig, die der Handwerker vollflächig verkleben muss.

Bevor mit dem Aufbringen der Dämmplatten begonnen werden kann, muss zunächst der Altanstrich maschinell entfernt werden. Gipsspachtel und Gipsputze müssen immer entfernt werden. Stark unebene Untergründe sollte der Handwerker mit einem Grundputz nach WTA-Merkblatt 2-9-04-D egalisieren und ausgleichen, damit eine vollflächige Anbindung der Dämmplatten gewährleistet werden kann.

Im nächsten Arbeitsschritt erfolgt die Verklebung der iQTherm-Platten mit dem Klebemörtel iQ-Fix. Dazu wird dieser mit der Zahnkelle vollflächig auf der Wand aufgezogen. Der hydraulisch abbindende Ansetzmörtel ist angepasst diffusionsoffen und kapillarleitfähig, besitzt eine hohe Klebekraft, Abrutschfestigkeit und Verbundhaftung. Zudem ist er mineralfaserfrei, wasserfest, witterungsstabil, wärme- und frostbeständig. Danach wird der Klebemörtel auch auf die Platten gleichmäßig auftragen (Buttering-Floating-Verfahren). Die Endschichtdicke sollte dabei mindestens 5 mm betragen. Batzen- oder Punkt-Wulst-Verklebungen sind nicht zulässig.

Dann werden die Platten in das frische vollflächige Klebebett eingedrückt und gegebenenfalls ausrichtet. Kreuzfugen sollte der Handwerker dabei unbedingt vermeiden. An Öffnungen muss er die Platten entsprechend ausklinken. Danach wird der Armierungs- und Oberputz mit einer Schichtdicke von etwa 5 mm mit einer Zahnkelle10/12 aufgezogen und frisch durchgekämmt. Nun kann das Armierungsgewebe iQ-Tex mit dem Glätter in senkrechten Bahnen faltenfrei in den Mörtel eingearbeitet werden. Die einzelnen Gewebebahnen sollten sich dabei mindestens 10 cm überlappen. Danach wird die Fläche mit dem Flächenspachtel abgezogen. Der Auftrag der zweiten Lage Armierungs- und Oberputz erfolgt „frisch in frisch“ und soll eine Gesamtschichtdicke von etwa 10 mm nicht überschreiten. Danach wird der angemischte Spachtel iQ-Fill mit der Traufel aufgezogen, die Putzfläche abgezogen beziehungsweise geglättet und nach etwa 20 Minuten je nach Untergrundbeschaffenheit und Umgebungsbedingungen mit einer Holz- oder Filzscheibe beziehungsweise Kelle in üblicher Technik bearbeitet. Die einlagige Spachteldicke sollte 2 mm nicht überschreiten. Für die Endbeschichtung hat Remmers iQ-Paint entwickelt. Aufgrund der kapillaren Leitfähigkeit und hohen Wasserdampfdiffusionsfähigkeit des Systems ist diese Endbeschichtung das ideale Finish. Durch die Alkalität ergibt sich zudem ein Schimmelschutz.

Autor

Christian Behrens ist Referent für Unternehmenskommunikation bei der Remmers Baustofftechnik GmbH in Löningen.

Batzen- oder Punkt-Wulst-Verklebungen sind nicht zulässig

Im Internet finden Sie unter www.bauhandwerk.de am Ende dieses Praxistipps einen Beitrag von Jens Engel, der die Funktionsweise einer kapillaren Innendämmung erklärt.

Sinn einer kapillaraktiven Innendämmung

Die Innendämmplatte iQ-Therm verbindet die hohe Kapillarität von Calciumsilikat mit der hohen Wärme­dämmleistung organischer Schäume. Voraussetzung hierfür war eine hoch dämmende Polyurethanschaum­platte, mit regelmäßigen, senkrecht zur Oberfläche stehenden Lochungen. Diese Löcher sind mit einem hoch kapillaraktiven mineralischen Mörtel gefüllt.

Die hygroskopische Speicherfähigkeit der diffusionsoffenen und kapillaraktiven Innendämmung puffert Feuchtespitzen der Innenraumluft und trägt so zur Regulierung und Verbesserung des

Innenklimas bei. Sie sorgt zudem für eine schnelle und großflächige Verteilung der Feuchte in der Dämmung. Dadurch wird die Trocknung beschleunigt und die Dämmwirkung verbessert.

Funktionsweise einer kapillaraktiven Innendämmung

Hier finden Sie den Beitrag von Jens Engel über die Funktionsweise einer kapillaraktiven Innendämmung

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