Sanierungsrate lag mal bei 2 Prozent
in den Jahren von 2008 bis 2012 lag die Sanierungsrate noch bei 2 Prozent bezogen auf den Gesamtgebäudebestand in Deutschland. Danach sank sie rapide ab. Heute sind es nur noch 0,5 bis 0,8 Prozent. Dabei ist das Potential beispielsweise sanierungsbedürftiger Wohngebäude enorm: Rund zwei Drittel dieses Bestandes wurden vor 1990 erbaut und bedürften zu einem Großteil einer energetischen Ertüchtigung, da sie deutlich vor Inkrafttreten der ersten EnEV entstanden sind.
Es wird zwar saniert, aber weniger energetisch. Ein aktuelles Beispiel dafür, dass hier doch etwas geschiedt, ist die Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Innendämmung eines 100 Jahre alten Eckhauses in Wittenberge. Dass solche Projekte zurzeit aber eher die Ausnahme als die Regel sind, liegt zum einen an der Skepsis der Hausbesitzer beispielsweise gegenüber einem WDVS, zum anderen aber auch daran, dass geplante Sanierungen verschoben werden, weil Handwerksbetriebe aktuell fast 70 Prozent ihrer Kunden vertrösten müssen. Um der Skepsis der Hausbesitzer gegenüber einer energetischen Sanierung zu begegnen, wünscht sich Peter Rathert, Ministerialrat, Referatsleiter im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, auf dem Fachpresse-Roundtable 2019 des Qualitätsgedämmt e.V. in Berlin zum einen mehr Öffentlichkeitsarbeit für das Thema. Zum anderen fordert er ein eigenes Bundesamt für Energieberatung, um die Glaubwürdigkeit der Energieberatung in der Bevölkerung zu verbessern.
Anders sieht es im Neubau aus. Hier wird gemäß der aktuellen EnEV massiv monolithisch mit dämmenden Mauersteinen oder in einer Mischkonstruktion aus Mauerwerk und Außendämmung gebaut. In der Ulmer Altstadt entstand bereits 2015 mit einem Wohn- und Geschäftshaus nach Plänen des Büros hochstrasser.architekten hieraus ein „Zwitter“: Das hierzulande erste Haus mit Außenwänden aus kerngedämmtem Dämmbeton.
Viel Erfolg bei der Arbeit wünscht